Kinder mit Hochbegabung
Nachhilfeunterricht für Schüler mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten

Für hochbegabte Schüler und Schülerinnen ist die Schule zu langweilig. Das deutsche Bildungssystem hat die Begabtenförderung verschlafen. Hochbegabte müssen durch Maßnahmen wie Nachhilfeunterricht speziell gefördert werden.
Von Hochbegabung sprechen wir, wenn jemand über ein ganz besonderes Leistungsvermögen verfügt. Meist sind es überdurchschnittliche Fähigkeiten. Etwa 11 von 100 Kindern sollen in Deutschland überdurchschnittlich begabt sein, weitere ca. 2 % liegen weit darüber, sind also hochbegabt. Die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder werden im Alltag und vom deutschen Schulsystem oft unzureichend berücksichtigt. Daher sollten sich Eltern von Hochbegabten professionell über den Umgang mit ihren Kindern beraten lassen.
Wodurch zeichnet sich Hochbegabung aus?
Intellektuell sind hochbegabte Kinder weiter als viele Erwachsene, aber emotional bleiben sie Kinder, die mit besonderer Fürsorge begleitet werden müssen. Hochbegabung zeichnet sich aus durch folgende Parameter:
1. Intelligenzquotient über 130
2. Hohe Denkleistung
3. Sehr gute Analysefähigkeit
4. Schnelles Schlussfolgern
5. Ausgeprägte Problemsicht
6. Hohes Abstraktionsvermögen
7. Komplexe sprachliche Fähigkeiten
8. Außergewöhnliche Fantasie und Kreativität
9. Hohe Sensibilität im sozialen und emotionalen Bereich
Die Ausprägungen sind individuell sehr verschieden und je nach Altersstufe geprägt. In der Schule und auch schon im Kindergarten sind hochbegabte Kinder oft unterfordert. Dem gegenzusteuern ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern, Lehrenden und Betreuungspersonen, einschließlich des Nachhilfelehrers.
Besonderheiten gibt es auch im sozialen Bereich. Ein Hochbegabter entwickelt sich nicht immer im Gleichschritt mit den gleichaltrigen Kindern. Die Integration dieses Kindes in eine übliche Bildungsinstitution erfordert deshalb viel Fingerspitzengefühl. Das klassische Schulkonzept, mit Frontalunterricht und Expertentum seitens der Lehrenden, stößt dabei offensichtlich an Grenzen und führt bei Hochbegabten zur Ausbremsung des Leistungsvermögens.
Sehr unterschiedliche Schulleistungen
Hochbegabte Kinder werden als solche keineswegs immer erkannt. Obwohl die weit überwiegende Zahl von ihnen, wie viele wissenschaftliche Studien zeigten, gute bis sehr gute schulische Leistungen erzielen und keine besonderen psychosozialen Probleme haben, gibt es unter ihnen auch die sogenannten „Underachiever“, die trotz hoher Intelligenz aus verschiedenen Gründen nur schlechte Schulleistungen erbringen, oft verbunden mit psychosozialen Schwierigkeiten.
Prinzipiell sollte eine Schule allen Schülerinnen und Schülern eine ihren Fähigkeiten entsprechende Bildung vermitteln, dies gilt natürlich auch für Kinder mit besonderen Begabungen. Mit dieser Aufforderung werden Schulen zunehmend konfrontiert, weil die betroffenen Eltern erleben, welche Belastung ihre Kinder erfahren, wenn Begabungspotenziale nicht hinreichend gefördert werden.
Für eine erfolgreiche Förderung muss außerdem immer individuell auf den Schüler eingegangen werden, da es oftmals eine größere emotionale Belastung für den Schüler bedeutet, beispielsweise eine Klasse zu überspringen. Daher sollten Fördermaßnahmen durch Schulpsychologen begleitet werden.
Nachhilfeunterricht
Hochbegabte wollen oft Zusätzliches lernen, den Unterrichtsstoff vertiefen oder etwas für sie ganz Neues erschließen. Dies ist wichtig, um die Wachsamkeit und Motivation des Kindes aufrechtzuerhalten, was sich auch positiv auf die Schulleistungen auswirken soll.
Ob es dazu die Bildungseinrichtung wechseln oder eine Klasse überspringen soll, ist ratsam zu prüfen. Ein Kind aus dem gewohnten Umfeld zu nehmen, kann zwar das intellektuelle Potenzial fordern, aber durch wachsenden Leistungsdruck und Stigmatisierung die psychische Entwicklung stark beeinträchtigen. Nachhilfeunterricht, der speziell auf die Probleme und Anliegen von hochbegabten Schülern eingeht, ist oft die bessere Alternative.
Entscheidend für den Erfolg eines solchen Nachhilfeunterrichts ist die Motivation, sowohl vom Lehrer als auch vom Schüler. Mangelt es an dieser, so entstehen Blockaden, die einen Lernprozess und schließlich den erfolgreichen Verlauf vereiteln können.
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