
Sollte Ihr Kind beim Lesen und Schreiben starke Probleme haben, so leidet es womöglich an Legasthenie. Trifft dies zu, so kann Nachhilfeunterricht von großer Hilfe sein.
Ihr Kind hat im Deutschunterricht und Englischunterricht auffällig starke Probleme beim Lesen und Schreiben? Diese äußern sich womöglich auch im Lateinunterricht, Französischunterricht oder Spanischunterricht?
Sollten Lesen und Schreiben Ihrem Kind besonders schwerfallen, so müssen Sie zunächst beobachten, ob bei Ihrem Kind einige der üblichen Symptome vorhanden sind. Treffen viele der Symptome zu, so sollten Sie sich kompetent beraten und anschließend diagnostizieren lassen, ob tatsächlich Legasthenie vorliegt. Je früher Legasthenie erkannt und behandelt wird, desto höher ist die Chance der Besserung. Schüler mit Legasthenie (auch: Lese-Rechtschreib-Schwäche oder LRS) plagen üblicherweise enorme Schwierigkeiten im Sprachunterricht. Daher ist adäquater Nachhilfeunterricht meist unumgänglich.
Symptomatik und Umgang mit Legasthenie
Bereits vor Schulbeginn können Anzeichen für eine Legasthenie auftreten, etwa, wenn Ihr Kind erst spät mit dem Sprechen beginnt oder Sprach- und Aussprachprobleme hat. Des Weiteren haben Legastheniker oft Probleme bei der Unterscheidung von Geräuschen, Klängen und Rhythmen.
Legasthene Kinder haben ein auffallend niedriges Lesetempo, Schwierigkeiten beim Verstehen von Textinhalten sowie weitere grundlegende Leseschwierigkeiten. Beim Schreiben kommen überdurchschnittlich viele Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler zustande.
Im Allgemeinen findet Legasthenie in Schulen Berücksichtigung durch Maßnahmen wie eine mildere oder wegfallende Bewertung der Rechtschreibung oder durch das Ersetzen von schriftlichen Prüfungen durch mündliche. Bundesweite Regelungen gibt es hier jedoch nicht.
Nachhilfeunterricht
Eltern sollten Nachhilfelehrer zunächst darüber informieren, dass das Kind an Legasthenie leidet und sich dann über den Umgang mit den damit zusammenhängenden Problemen austauschen. Wichtig ist, dass die Nachhilfekraft sich mit Legasthenie auskennt und mit legasthenen Schülern umzugehen weiß. Da bei Legasthenikern eine individuelle Betreuung notwendig ist, sollten sie ausschließlich allein oder zu zweit unterrichtet werden.
Wie bei vom ADHS betroffenen Schülern darf man Legasthenikern keine Faulheit unterstellen, wenn sie zur Aufnahme von Inhalten viel Zeit brauchen.
Nachhilfelehrer müssen möglichst viele Sinne beim Unterricht stimulieren. Beispielsweise sollte der Schüler ein Wort erst genau betrachten (visuell), dann schreiben (haptisch), anschließend die Bedeutung erfassen und schließlich exakt aussprechen (auditiv). Generell ist ein visuelles Arbeiten sehr effektiv, beispielsweise mit dreidimensionalen Darstellungen von Buchstaben. Außerdem sollten sie eine Liste mit oft falsch geschriebenen Wörter anfertigen und konsequent daran arbeiten.
Von zentraler Bedeutung ist eine Vertrauensbasis zwischen Nachhilfelehrer und Schüler. Trotzige Reaktionen von legasthenen Schülern beruhen oft auf Überforderung und Schamgefühl. Zu viele Enttäuschungen können langfristig zu einer Antipathie gegenüber Lesen und Schreiben führen. Da Legastheniker oft nur langsame Fortschritte machen, müssen Nachhilfekräfte gerade diese betonen und die Schüler ermutigen. Zudem sollte man dem Schüler die Wichtigkeit des Lesens und Schreibens verdeutlichen.
Für die Dokumentation Ihrer Nachhilfe bieten wir Ihnen Checklisten & Protokolle kostenlos zum Download an:
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