Nachhilfelehrer
Die Wahl des richtigen Lehrers
Jeder dritte bis vierte Schüler hat in seiner Schulkarriere Nachhilfe in Anspruch genommen. Diese außerschulische Maßnahme dient dem Defizitausgleich, als auch der Leistungssteigerung und gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Die Nachhilfe ermöglicht es Schülern außerhalb des regulären Unterrichts schulische Defizite auszugleichen, aber auch Erfolge zu sichern. Zudem wird Nachhilfe in Anspruch genommen, um besondere Fähigkeiten gezielter zu fördern, als dies in der Schule möglich ist.
Organisiert wird außerschulische Nachhilfe hauptsächlich durch Lehrer, Studenten, Schüler aber auch Laien auf privater, als auch kommerzieller Ebene.
Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) hat 2008 in einer Arbeit für das Bundesministerium für Bildung und Forschung festgestellt, das bis zu 1,2 Mio. Schülerinnen und Schüler Nachhilfe in Anspruch nehmen. Die Ausgaben für diese außerschulische Aktivitäten liegen bei etwa € 1,2 Mrd. Andere Schätzungen gehen sogar von € 3 Mrd. aus.
Die Wahl der Nachhilfelehrer
In der Regel sind es Lehrer, Studenten, aber auch ältere Schüler die Nachhilfestunden anbieten. Nachhilfeunterricht kann privat oder durch spezialisierte, wirtschaftlich orientierte Unternehmen angeboten werden. Alle drei Gruppen haben ihren spezifischen Vorteile.
Lehrer
Lehrer erteilen oft Nachhilfe im privaten Bereich. Sie verfügen über die besten fachlichen Kompetenzen und über das nötige pädagogisch didaktische Wissen. Berufsbedingt sind sie am besten über das Schulgeschehen informiert. Sie können die Schüler optimal auf Prüfungen vorbereiten und Lernziele für den Nachhilfezeitraum klar definieren. Durch ihre Einbindung in den Schulalltag haben sie auch einen kollegialen Zugang zu anderen Fachlehrern. Aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz wissen sie auch am besten, was zu tun ist, wenn zum Beispiel die Versetzung eines Schülers gefährdet ist.
Die Bezahlung dieser Nachhilfelehrer variiert von Region zu Region, ist aber im Vergleich zu Studenten und Schülern deutlich höher.
Studenten
Studenten geben im privaten, sowie im kommerziellen Bereich Nachhilfe. Ähnlich wie die Lehrer verfügen sie über die fachliche Kompetenz, vor allem, wenn sie in ihrem Studienfach unterrichten. Studenten haben meist keinen direkten Kontakt zu Schulen. Sie sind aber, bezogen auf das Alter näher an den Schülern dran als Lehrer und finden aufgrund dessen schneller einer Draht zu diesen. Lehramtsstudenten können zudem noch mit didaktischen Kenntnissen aufwarten. Im Vergleich zu Lehrern sind Studenten bezüglich der Arbeitszeiten wesentlich flexibler als Lehrer und auch günstiger.
Aufgrund ihres Habitus können Studenten enorm motivierend auf Schüler einwirken und diese von den Vorteilen eines guten Schulabschlusses durch eigenes Vorleben überzeugen.
Schüler
Oft geben ältere Schüler jüngeren Nachhilfe. Diese jungen Nachhilfelehrer sind in ihren spezifischen Fächern hervorragend und werden von Fachlehrern empfohlen. Sie verfügen nur über das schulische Wissen, sind aber auf ihren Gebiet so gut, dass sie anderen helfen können. Da sie selber noch Schüler sind, wissen sie am besten, was an einer Schule los ist. Sie sind gut darüber informiert, wie anspruchsvoll Lehrer sind, wie der Unterricht verläuft und was erwartet wird. Zudem verfügen sie oft über ältere Klausuren und können dadurch jüngeren Schülern eine enorme Stütze sein. Im Vergleich zu Lehrern und Studenten verlangen sie am wenigsten für die Nachhilfestunde.
Die zahlreichen Angebote und wachsende Nachfrage rund um die Nachhilfe belegen eins: Nachhilfe wird benötigt. Der stetig steigende Wissensschatz unserer Gesellschaft macht auch vor der Schule nicht halt. Schüler lernen mehr in der Schule als einst ihre Eltern. Zudem wird der Sozialisationsprozess von Kindern immer komplexer. Auch haben gesellschaftliche Veränderungen zu neuen Familienkonstellationen geführt.
Auf diese Veränderungen müssen Eltern reagieren, wenn sie die optimale schulische Ausbildung für ihre Kinder erreichen wollen.
Wachsende Bedeutung der Nachhilfe in den letzten Jahren
Mit der Bildungsexpansion der 1960er Jahre verloren die Volksschulen (heute Hauptschule) an Bedeutung. Die Schülerzahlen auf den Realschulen und Gymnasien stiegen deutlich an. Dies hatte zur Folge, das viele Eltern dem Schulstoff ihrer Kinder nicht mehr gewachsen waren und auf Nachhilfeangebote zurückgreifen mussten. Auch heute nehmen Schüler, die das Abitur anstreben am häufigsten Nachhilfe in Anspruch.
Zudem hat sich die familiäre Situation in den letzten Jahrzehnten geändert. Oft sind beide Elternteile berufstätig und können aufgrund dessen ihren Kindern kaum Unterstützung in der Schule bieten. Doch gerade Schulen in Deutschland, sofern es sich nicht um Ganztagsschulen handelt, setzen enorm auf die Mitwirkung der Eltern.
Die Situation auf den Arbeitsmarkt veranlasst Eltern dazu ihre Kinder über Nachhilfe auf ein besseres Leistungsniveau zu trimmen. Schlechte Noten in der Schule können bis ins Erwachsenenalter und in den Beruf nachwirken.
Viele Eltern sind mit der Qualität des Unterrichts oder der Angebotsvielfalt nicht zufrieden. Sie wünschen sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit der schulischen Materie und engagieren Nachhilfelehrer.
Für die Dokumentation Ihrer Nachhilfe bieten wir Ihnen Checklisten & Protokolle kostenlos zum Download an:
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