UNESCO-Weltbildungsbericht

Die Lage der Bildung in Entwicklungsländern

Jährlich bewertet der UNESCO-Bildungsbericht, wie effektiv über 160 Länder, die sich zur Erfüllung von sechs Bildungszielen verpflichteten, diese verfolgt haben. Das Vorhaben ist, bis 2015 allen Kindern im Grundschulalter Bildung zu ermöglichen.

Der Weltbildungsbericht 2010 trägt den Titel „Ausgeschlossene einbinden“. Im Fokus des Berichts stehen Bildungspolitik und Bildungsfinanzierung.

 

Eine mögliche Auswirkung der globalen Finanzkrise ist, dass Millionen von Kindern in Entwicklungsländern auch künftig keine Bildung erhalten werden. Aktuell besuchen 72 Millionen Kinder im Grundschulalter und 71 Millionen Jugendliche keine Schule. Eine Kombination aus verlangsamtem Wirtschaftswachstum, höherer Armut und geringerem Budget könne die Errungenschaften des vergangenen Jahrzehnts zunichte machen.

 

„Während reiche Länder sich um ihre wirtschaftliche Genesung kümmern, widerfährt vielen armen Ländern ein Bildungsrückschritt. Wir können es uns nicht erlauben, eine verlorene Generation von Kindern zu erschaffen, die keine Chance auf Bildung und auf ein Beenden ihrer Armut haben“, sagte die Generaldirektorin der UNESCO Irina Bokowa.

 

 

Unerreichbare Ziele

 

Der Bericht verzeichnet deutliche Fortschritte im Bildungswesen einiger ärmerer Ländern im Verlauf der letzten zehn Jahre. Trotz dieser Fortschritte werde es wohl kaum möglich sein, bis 2015 das Ziel der Grundschulbildung für alle Kinder zu erreichen. Den Regierungen sei es nicht gelungen, den extremen nationalen Ungleichheiten Einhalt zu gebieten und nötige Ressourcen ausreichend finanziell zu unterstützen.

 

Die Entwicklung der letzten Dekade entwaffnet den Mythos, dass arme Länder unfähig seien, schnellen Fortschritt im Bildungswesen zu erreichen. Jedoch sei zu vermuten, dass in vielen Ländern die sechs Bildungsziele aufgrund der unzureichenden Unterstützung der Regierungen nicht erreicht werden.

 

Noch immer bestehen deutliche Geschlechterdifferenzen. So steht die Schüleranzahl in 28 Entwicklungsländern im Verhältnis von zehn Jungen zu maximal neun Mädchen. Es ist bisher wenig geschehen im Hinblick auf das Ziel, die Zahl erwachsener Analphabeten zu halbieren. Derzeit leiden 759 Millionen Menschen unter Analphabetismus, zwei Drittel davon sind Frauen.

 

 

Kollektives Versagen

 

Der UNESCO-Bericht beschreibt die unzureichende Unterstützung des Bildungswesens der Entwicklungsländer als kollektives Versagen. Dem Versprechen, dass jedes Land, das etwas für sein Bildungswesen tun möchte, mit Ressourcen unterstützt werden wird, sei man nicht nachgekommen.

 

Einkommensschwache Länder könnten zusätzliche sieben Milliarden US-Dollar pro Jahr – oder 0,7 % ihres Bruttoinlandsprodukts – durch Mobilisierung weiterer heimischer Ressourcen und Sicherstellung einer gerechteren Verwendung zur Verfügung stellen. Doch selbst dann bestünde ein Finanzierungsdefizit von jährlich 16 Milliarden US-Dollar für 46 einkommensschwache Länder, wenn die sechs Bildungsziele erreicht werden sollen.

 

Laut dem Bericht haben wohlhabende Länder und internationale Finanzinstitutionen weniger Unterstützung geleistet als sie vorgeben. Reiche Länder haben einen Geldberg mobilisiert, um ihre Finanzsysteme und sozialen und wirtschaftlichen Infrastrukturen zu stabilisieren. Für die Armen dieser Welt haben sie lediglich einen Maulwurfshügel geschaffen.

 

 

„Bildungsarmut“ bekämpfen

 

Extreme und anhaltende Ungleichheiten, die auf Armut, Geschlecht, ethnischer Herkunft und Sprache beruhen, wirken dem Fortschritt im Bildungswesen entgegen. Der Bericht beschreibt Vorgehensweisen, mit denen anhaltende Ungleichheiten aktuell erfolgreich bekämpft werden. Dazu zählen:

 

  • Die Verbesserung der Bildungszugänglichkeit durch geringere Gebühren
  • Die Verbesserung der Bildungsgegebenheiten durch Bereitstellung qualifizierterer Lehrkräfte und erweiterten mehrsprachigen Unterricht
  • Das Bekämpfen von Diskriminierung und Bildungsunzugänglichkeit durch rechtlich festgelegte Ansprüche und gerechter verteilte Staatsausgaben

Henry Kasulke



Login

E-Mail
Passwort

Suchfunktionen


Sie suchen einen Nachhilfelehrer oder einen Job als Nachhilfelehrer?
Hier geht zur PLZ-Suche:

Für die Dokumentation Ihrer Nachhilfe bieten wir Ihnen Checklisten & Protokolle kostenlos zum Download an:

jetzt bei hallonachhilfe.de anmelden

Servicebereich Nachhilfe

Servicebereich Nachhilfe

Weitere News rund um die Themen Nachhilfe und Schule finden Sie in unserem Ratgeber Nachhilfe: